Deutsch-Japanische Collage oder: Mode ohne Grenzen!

Im Februar 2019 entdeckte ich bei einem Workshop mit Kathrin Kaschura die Magie des Visionboards, mit dessen Hilfe ich einen kleinen Blick auf meine persönlichen Lebensziele und Lebensthemen werfen durfte.

Im Marketing ist das Moodboard das Äquivalent zum Visionboard. Etwas dazwischen – eine Collage mit kulturpolitisch-genderkritischem Inhalt – habe ich in einer Art von “Creative Craze” am Wochenende geschaffen.

Als Halbjapanerin beschäftigt mich neben der kulturellen Identität auch die unterschiedliche Auffassung von Maskulinität und Feminität in der europäischen und in der japanischen Kultur.

Bevor wir uns meiner interkulturellen Collage widmen, werfen wir mal einen Blick auf diese Gegenüberstellung Europa – Japan:

Thema Europa Japan
Darstellung von Frauen in den Medien sexy-selbstbewusst unterwürfig-mädchenhaft-konservativ
(Office Lady)
Darstellung von Männern in den Medien maskulin-cool bis androgyn-avantgardistisch männlich-dominant-konservativ (Salaryman)
Darstellung Body Positivity /
Body Neutrality in den Medien
marginal vorhanden nicht existent
Frauen vs. Männer als Führungskräfte einige Frauen vorhanden, jedoch überwiegend Männer Männer dominieren Führungspositionen, Frauen selten
Gender Neutrality in der Mode durch Androgynität ausgedrückt komplett verschwommene Gender Distinctions, vor allem in der Street Fashion von Harajuku, Tokyo
Emanzipation/
Feminismus
besonders in Deutschland durch die Frauenbewegung der 1970er Jahre gut entwickelt marginal vorhanden
Gemischte Ethnien alltägliche Erscheinung, keine Besonderheit “Hafus” (Halbjapaner) werden in Japan verehrt und als ästhetisch ansprechend empfunden – jedoch nur bei kaukasisch-japanischen, selten bei afro-japanischen Hafus.
Freiheit im modischen Ausdruck sportlich-konservativ bis europäisch-eklektisch (London und Berlin als Metropolen der “Mode als Selbstausdruck”) schwankend zwischen den Gegensätzen “sehr konservativ” und “extrem eklektisch” (Harajuku Style, Visual Kei, Lolita Chic)

Diese Themen kamen mir während meiner Japanreise im Oktober 2018 in den Sinn. Zwei Einkaufstüten aus dem Showroom “Adddress” der legendären “Bikini Berlin” Concept Shopping Mall lieferten mir mit ihrem spartanischen Artwork die perfekte Grundlage für die spontane Collage. Die zwei Tüten enthielten je einen schwarzen Mantel – einen für meinen Liebsten, einen für mich. Ich fand es schade, die Tüten einfach ins Altpapier zu werfen.

Damit der Post nicht noch länger wird (ich könnte darüber ein Buch schreiben) nehme ich Euch mit zu einem Besuch in der virtuellen Galerie. 

 

Die Interpretation der Collage liegt natürlich im Auge des Betrachtenden. Ein paar Gedanken, die ich während des Ausschneidens und Zusammenklebens hatte:

  • Frauen beklagen oft das sexistisch geprägte Bild von ihnen in den (sozialen) Medien. Sie bewegen ihre Körper jedoch freiwillig in dem Modekäfig und unternehmen wenig oder nichts, um sich zu befreien und ihr eigenes Frauenbild (Body Neutrality, Gender Neutrality) zu definieren.
  • Grenzen zwischen Osten und Westen, zwischen Mann und Frau können fließend und nahezu übergangslos gestaltet sein. Männer mit Makeup nur als Models – wie hier in dem ästhetisch äußerst gelungenen Clip von Mac x Takuya’s Kiss?
  • Männer brauchen etwas Guidance um zu verstehen, was moderne Männlichkeit bedeutet – nämlich nicht die maskulin-patriarchalische Idee davon, sondern etwas ganz Neues. (Notiz an mich: Fragmentarische Aussage – muss noch verfeinert werden)

Verwendete Materialien, die potentiell Müll waren aber ein neues Leben als Collage fanden:

Papiertüten: “Bikini Berlin” Concept Mall, Berlin.
Bildmaterial: “25 ans” <Japan>, “Nylon” <Japan>, “Harper’s Bazaar” <Deutschland>, “Adddress Berlin Spring/Summer Collection” <Deutschland> “Foxy Autumn/Winter Collection” <Japan> “Elle Girl” <Japan>.

Published by

Yuki Hayashi

Hallo ich bin Yuki und ich bin freiberufliche Nachhaltigkeitsbildnerin und bringe einen ganzheitlich nachhaltigen Lebensstil in die Köpfe und Herzen von Menschen - ob Du angestellt bist oder selbstständig: Nachhaltigkeit ist Teil unseres Lebens, jeden Tag. Ich zeige Dir, wie Du bewusst leben kannst, dabei etwas gutes für Mensch und Natur tust und sogar Geld sparst. Holen wir die Nachhaltigkeit dorthin, wo sie hingehört: in unser Leben! :-)

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