Synergien sind das neue Networking

Es ist ja so eine Sache mit dem Networking.

Als Selbstständige*r gehört es zum kleinen 1×1. Wo fest Angestellte es als “nice-to-have” betrachten könnten, ist es bei uns Freelancern einfach unerlässlich. Ist das wirklich so? 

Wenn wir davon ausgehen, dass wir als Menschen soziale Wesen sind und vorwiegend in Gruppen interagieren, ergibt das strategische Netzwerken Sinn. Was ich jedoch desöfteren bei größeren Networking-Veranstaltungen erlebt habe ist, dass es auf Ego-Promotion und Verkaufsgespräche hinausläuft. 

Jede*r Selbstständige hat ja ein Produkt, eine Dienstleistung, ein Unternehmen, das er oder sie vorwärts bringen muss. Wir hustlen und jagen Kund*innen und Aufträge.

Ich finde das persönlich schon sehr anstrengend, da ich als Beraterin für Nachhaltigkeitskommunikation nun einmal etwas zunächst recht abstrakt klingendes verkaufe. Das lässt sich einfach nicht zwischen zwei Häppchen und einem Schluck Schaumwein verkaufen.

图稿和插图
Image: Yifan Wu

Nachhaltigkeit ist anthropozentrisch, insofern als sie den Menschen als verantwortliches Organ in den Mittelpunkt ihres Wirkens stellt. Wir Menschen verfügen über die Gabe des (idealerweise) vernünftigen Denkens und Handelns und sollten unternehmerisches Verantwortungsbewusstsein in den Vordergrund unseres Business rücken.

Ja, und dann platziere diese intellektuell anspruchsvolle Message mal auf einem großen Event. Ich mache das nicht mehr, das mit den Riesen Events. Für mich ist es lohnenswerter und bereichernder, auf kleineren Veranstaltungen vielleicht eine oder zwei Personen zu finden, deren Persönlichkeit und Tätigkeit mich fasziniert. Ich bin kein lauter Hund, der kräftig bellt und Visitenkarten schnappt – und es ist angenehmer, als zurückhaltender Mensch wahrgenommen zu werden statt als Platzhirsch.

Seit meiner Gründung im Spätsommer 2018 haben sich für mich wundersame Synergien mit Menschen ergeben, die eigentlich gar keine Überschneidungen zu meinem Tätigkeitsbereich haben. Dann wiederum habe ich auch Menschen kennen und schätzen gelernt, die sehr wohl in meinem Bereich aktiv sind.

Mir ist es in Gesprächen einfach wichtig, eine angenehme und entspannte Gesprächsatmosphäre zu haben. Der Rest ergibt sich von alleine – oder auch nicht.

Also, liebe Freelancer (oder solche, die es werden möchten): Qualität vor Quantität. Wir Menschen sind online bereits so überlastet durch Facebook, Instagram und Twitter. Nehmen wir uns also ganz bewusst Zeit und machen es uns und unserem Gegenüber zum Vergnügen, in einen schönen Dialog zu treten.